Besuch im Zoo Basel
Schneeleopard
Für heute Sonntag hatte ich mich mit einer Freundin verabredet – dachte ich zumindest. Ich hatte wohl etwas falsch gelesen und so stand ich alleine da. Nach kurzem Überlegen entschied ich mich, für einen alleinigen Ausflug mit meiner Kamera in den Zoo Basel.
Aufgrund meiner Weiterbildungen bin ich schon länger nicht mehr wandern gegangen am Wochenende oder mit meiner Kamera losgezogen. Heute war herrlich warmes und sonniges Februar-Wetter, also perfekt für einen Ausflug nach Basel in den Zoo. Dort war ich noch nie und entsprechend war ich gespannt, welche Tiere mich erwarten würden.
Schneeleopard
Bei meinem Rundgang durch den Zoo gefiel mir vor allem der getupfte Schneeleopard besonders gut. Ein Muttertier und die beiden Jungen waren zusammen am Spielen. Schneeleoparden bevorzugen im Gegensatz zu anderen Grosskatzen wie dem Löwen die Kälte. Mit dem dichten Fell sind sie für ein Leben in Schnee und Eis ausgerüstet. Sogar die Unterseiten der Füsse sind behaart, erfahre ich bei der Informationstafel. Den buschigen Schwanz nutzen sie zum Ausbalancieren und als Wärmespender: Wenn sie sich eingerollt hinlegen, legen sie die Schwanzspitze über die Nase, wodurch die Luft vorgewärmt wird.
Königspinguine
Nach dem Eintritt in den Zoo begegneten mir als erstes die Königspinguine. Besonders auffällig sind ihre farbenprächtigen Ohr- und Halsseitenflecken. Die Tiere sind etwa 95 cm gross und wiegen etwa 15 Kilogramm. Der Brutzyklus dauert bei Königspinguinen 14 bis 16 Monate, so dass ein Pinguinpaar in drei Jahren nur zwei Junge aufziehen kann.
Bei meinem Besuch genossen die Tiere die warme Frühlingssonne und waren grösstenteils am Schlafen.
Brillenpinguin
Im Zoo Basel gibt es aber nicht nur Königspinguine, sondern auch Brillenpinguine. Sie leben in Südafrika und Namibia, entlang eines 2’500 Kilometer langen Küstenstreifens und sind bestens an die heisse Umgebung angepasst. Damit sie bei diesem Klima nicht überhitzen, besitzen sie einen kleinen Körper mit einer gleichzeitig grossen Oberfläche sowie lange Flügel. Im Sommer liegen sie oft mit abgespreizten Beinen und Flügeln flach auf dem Boden. Sie vergrössern dabei ihre Abstrahlungsfläche.
Im Vergleich zu den Königspinguinen sind Brillenpinguine mit 60 bis 70 cm kleiner. Sie wiegen auch nur rund drei Kilogramm. Ihre Ernährung besteht vorwiegend aus Fischen, Tintenfischen und Garnelen.
Somali-Wildesel
Besonders angetan hat es mir bei meinem Besuch aber ein anderes, pferdeartiges Tier: die Somali-Wildesel. Früher waren die Tiere über ganz Nordafrika verbreitet. Heute leben sie nur noch in der äthiopischen Danakil-Wüste und in Eritrea. Sie bevorzugen die trockenen und steinigen Wüstenzonen mit karger Vegetation.
Dieses süsse, kleine Somali-Wildeselchen kam im Dezember 2021 zur Welt und war bei meinem Besuch somit drei Monate alt. Voller Energie tobte es sich in seinem Gehege aus und kehrte immer wieder zurück zur Mutter, um zu trinken. Ich hätte dem kleinen Geschöpf stundenlang zusehen können.
In der Schwebephase erwischt
Esel sind sehr sozial und leben in Gruppen von 10 bis 15 Tieren. Im Verband herrscht eine offene, durch Kommen und Gehen geprägte Sozialstruktur. Wildesel ernähren sich rein pflanzlich. Die karge Vegetation bietet hartes Gras, dornige Büsche, Rinde und Blätter.
Somali-Wildesel sind in der Natur sehr selten geworden, nur noch wenige Tiere leben in mehreren kleinen Populationen. Sie sind durch den Menschen und seine Haustiere bedroht, die immer mehr Platz beanspruchen.
Nach einer Tragzeit von 377 bis 389 Tagen bringt das Weibchen ein Jungtier zur Welt. Die Mutter leckt das Fohlen sofort sauber. Dieser erste intensive Sozialkontakt prägt das Fohlen auf die Mutter. Die innige Bindung ist erst beendet, wenn das Jungtier geschlechtsreif oder selbstständig ist. Bei Männchen ist das im Alter von etwa zweieinhalb Jahren der Fall, bei Weibchen mit dreieinhalb.
Afrikanischer Elefant beim Trinken
Die Dickhäuter faszinieren mit immer wieder aufs neue. Im Zoo Basel hatte ich das Glück, dass sie sich schön zeigten, was in Zürich oftmals Glückssache ist. Die Afrikanischen Elefanten sind die grössten Landsäugetiere der Erde. Ihre Ohren sind grösser als beim Asiatischen Elefant. Zudem tragen Elefantenbullen und Elefantenkühe Stosszähne, während bei den Asiatischen nur die Männchen Stosszähne haben. Ein ausgewachsener Elefant frisst pro Tag etwa 150 bis 175 Kilogramm und trinkt 70 bis 150 Liter Wasser. Der Elefantenrüssel hat sich aus der Nase und der Oberlippe entwickelt. Er ist ein ausgezeichnetes Riech- und Tastorgan und enorm kräftig: Ein Elefant kann mit dem Rüssel Gewichte von bis zu einer Tonne aufheben. An der Rüsselspitze besitzen die Afrikanischen Elefanten zwei «Finger», mit denen sie selbst kleinste Gegenstände vom Boden aufheben können. Mit dem Rüssel nehmen Elefanten auch Wasser auf und «duschen» sich damit oder spritzen es sich ins Maul.
Männchen wiegen bis 7 Tonnen, Weibchen sind mit 4 bis 5 Tonnen etwas leichter. Feinde haben ausgewachsene Elefanten neben dem Menschen keine. Jungtieren können beispielsweise Löwen, Hyänen, Wildhunde oder Krokodile gefährlich werden.
Indisches Panzernashorn
Bei den Indischen Panzernashörnern war bei meinem Besuch fressen angesagt. Sie machten sich an Ästen und Zweigen zu schaffen. Panzernashörner besitzen schon bei ihrer Geburt das typische Faltenmuster und die nietenartigen Verdickungen der Haut. Die Hautplatten sind zwei bis viereinhalb Zentimeter dick und erinnern an eine Ritterausrüstung. Die dicke Haut ist sehr sensibel und leicht verwundbar. Zusammen mit dem Flusspferd gehört das Nashorn zu den Landsäugetieren mit der geringsten Behaarung: Der Körper ist bis auf die Wimpern, den Rand der Ohrmuscheln und die Schwanzquaste haarlos.
Löwin
Löwen sind die einzigen sozialen Grosskatzen. Ein Rudel besteht aus 15 bis zu 30 Tieren, wobei sechs bis zehn meist verwandte Weibchen mit ihren Jungen zusammenleben. Angeführt werden sie von einem bis vier erwachsenen Männchen. Löwen haben bernsteinfarbene Augen und nicht, wie die Hauskatze, schlitzartige oder ovale Pupillen, sondern runde. Im Dämmerlicht vergrössern sich die Pupillen und füllen fast das ganze Auge aus. Dadurch kann die Netzhaut mehr Licht aufnehmen. Löwen sehen deshalb besonders auch nachts hervorragend und können die Entfernung eines Beutetieres optimal lokalisieren.
Erdmännchen gehören zur Ordnung der Raubtiere. Sie ernähren sich von Insekten, Reptilien, Amphibien und Vögeln. Im Zoo erhalten sie neben Heuschrecken und Mehlwürmern auch Mäuse, Schnecken, Eier und etwas Gemüse und Obst. Die Tiere leben in Grossfamilien. Ein Familienverband besteht aus einem dominanten Paar und seinen Nachkommen. Jedes Erdmännchen übernimmt entsprechend seinen Fähigkeiten in der Gruppe bestimmte Aufgaben. Es gibt stillende Mütter, geschickte Jäger, aufmerksame Wächter, geduldige Babysitter und talentierte Lehrer, welche die Jungtiere auf ihre Verpflichtungen im Erwachsenenalter vorbereiten. Diese Arbeitsteilung sichert das Überleben der Sippe.
Ausschau halten ist überlebenswichtig
Erdmännchen müssen immer wachsam sein gegenüber potenziellen Feinden. Mindestens ein Mitglied der Sippe hält gewissenhaft nach Fressfeinden Ausschau. Es steht auf erhöhter Position auf seinen Hinterbeinen und stützt sich mit dem Schwanz ab. Dabei sucht der Wächter alle paar Sekunden den Himmel nach Greifvögeln ab.
Kalifornischer Seelöwe beim Sonnen
Auch der Kalifornische Seelöwe geniesst den warmen und sonnigen Tag. Seine Körperform und das kurze, glatte Fell ermöglichen ihm im Wasser Geschwindigkeiten von bis zu 35 Kilometer pro Stunde. Kalifornische Seelöwen gelten als die elegantesten und schnellsten Robben.
Diese Ohrenrobben sind an den nordamerikanischen Küsten des Pazifiks verbreitet. Kalifornische Seelöwen bevorzugen Sandstrände und entfernen sich selben weit von der Küste. Beim Beutefang tauchen sie etwa 40 Meter tief und suchen nach Fischen und Tintenfischen. Als wendige Räuber erbeuten pro Tag bis zu 10 Kilogramm Nahrung.
Die Krauskopfpelikane und die Rosapelikane teilen sich das Revier. Der Krauskopfpelikan ist die grösste von acht Pelikanarten auf der Welt. Trotz ihrer Grösse und ihres Gewichts können die Tiere fliegen. Der Abflug verläuft dabei eher mühselig. Sobald sie aber in der Luft sind, können sie von den thermischen Aufwinden Gebrauch machen und weite Strecken zurücklegen. Nur ihrem extrem leichten Knochenbau – ihr Skelett wiegt nur 1 kg – verdanken die 7 bis 15 Kilogramm schweren Pelikane ihre Flugtauglichkeit.
Rosapelikan
Den grossen Schnabel mit dehnbarem Kehlsack setzen sie zum Fischen ein. Selbst in trübem Wasser sind sie hervorragende Fischer; sie können Fische mit dem Schnabel erfühlen.
Ich habe noch nie aus nächster Nähe Pelikane gesehen. Beeindruckt hat mich vor allem die Wucht, mit welcher sie mit ihren Flügeln fächern. Dabei entstanden laute Geräusche. Auch ihr bunter Schnabel gefiel mir sehr.
Nordeuropäisches Rentier
Rentier ist die einzige Hirschart, bei der auch das Weibchen ein Geweih trägt. Die Männchen verlieren ihr Geweih nach der Brunft im Herbst, die trächtigen Weibchen tragen ihr Geweih bis kurz nach der Geburt ihrer Jungen. Rentiere sind die einzige Hirschart, die domestiziert wurde.
Die Rentiere leben in der nördlichen Hemisphäre. Ihr Lebensraum sind die Tundra und Taiga sowie Nadelwälder. Dort ernähren sie sich vor allem von Flechten, Gräsern, Blättern und Pilzen. Männchen wiegen zwischen 70 und 150 Kilogramm, Weibchen zwischen 40 und 100 Kilogramm. Zu ihren Feinden gehören der Wolf, Luchs, Schwarz- und Braunbären und Luchse.
Europäischer Mufflon
Durch die starke Bejagung im letzten Jahrhundert wurden die europäischen Mufflons ausgerottet. Es überlebten lediglich 1’500 Tiere auf Korsika und Sardinien. Die männlichen Tiere werden Widder und die Weibchen Schaf oder auch Wildschaf genannt. Als Bewohner einer ursprünglich waldlosen Region oberhalb der Baumgrenze ist bei Mufflons das Sehvermögen gut ausgebildet. Die seitlich stehenden Augen erlauben dem Mufflon, ohne Kopfdrehung einen weiten Umkreis zu überblicken. Bei älteren Widdern kann das Sichtfeld durch die Stellung der Hornspitzen eingeschränkt sein. Widder beginnen deshalb dann, diese Hornspitzen abzuscheuern. Die Hauptvorkommen des Europäischen Mufflons befinden sich heute in Tschechien, Deutschland, Ungarn und Österreich. Grössere Populationen bestehen auch in Frankreich, der Slowakei, Serbien, Kroatien und Bulgarien. In den eingeführten Populationen Mitteleuropas leben geschätzt über 60’000 Tiere, die meisten davon in Tschechien mit 17’500 Tieren.
Europäischer Mufflon
Obwohl ich zu Beginn des Tages über mich selber verärgert war, weil mir ein Fehler bei der Terminkoordination unterlief und ich somit alleine und ohne Begleitung da stand, durfte ich einen wunderbaren Tag im Zoo Basel erleben. Ich konnten den Zoo in genau dem Tempo durchlaufen, wie es für mich stimmte. Ich konnte bei jedem Tier so lange stehen bleiben und fotografieren, wie mir gerade danach war. Das habe ich sehr genossen und ich habe mir vorgenommen, öfters mal wieder einen Tag alleine zu verbringen und etwas zu unternehmen.