Caumasee, Rheinschlucht und Crestasee
Caumasee
Der Ostermontag hat ganz allein mir gehört. Ich hatte niemanden gefunden, der Zeit für einen Ausflug hatte und ich wollte unbedingt in die Natur. Mein Weg mit dem ÖV führte mich nach Flims Waldhaus.
Auf meinem Programm stand eine leichte Wanderung vom Caumasee an den Crestasee.
Caumasee
Zu Fuss ging es zuerst an den Caumasee (Lag la Cauma). Caumasee heisst so viel wie See der Mittagsruhe. Schon von oben sah ich seine wunderbare türkisfarbene Farbe, auch wenn ich erkennen konnte, dass er weniger Wasser hat, als üblich. Der Caumasee gilt auch als die Perle von Flims und als einer der schönsten Schweizer Bergseen. Er liegt mitten im Flimserwald.
Prachtswetter am Caumasee
Etwas entsetzt war ich, als ich sah, dass ein kleiner Lift zum See herunter fährt.
Weil der See so wenig Wasser hat, konnte ich auf die kleine Insel laufen. An meinem Besuchstag hatte es erstaunlich wenige Leute, was ich umso mehr genossen habe. Im Sommer kostet der Besuch des Sees Eintritt, da ich aber ausserhalb der Saison gekommen bin, war es kostenlos.
Herrlich!
Die westlichste Bucht des Sees friert auch im Winter nicht zu. Man geht davon aus, dass der See von starken unterirdischen Quellen durchflossen wird, welche ihren Ursprung in diesem Teil des Sees haben. Auch der Abfluss erfolgt unterirdisch.
Der Wasserspiegel schwankt teilweise stark. Im Jahr 2015 stieg der See um 4.3 Meter an. Den Höchststand hat er jeweils Mitte/Ende Juli, wenn das Ende der Schneeschmelze der umliegenden Gebirge ist. Im August sinkt er bereits wieder, teilweise bis zu 5 Zentimeter pro Tag.
glasklarer Caumasee
Nach dem ich auf der Insel des Sees war, bewegte ich mich an den anderen Ecken des Sees, um die wunderbare Kulisse auch von dort zu geniessen. Danach führte mich mein Weg weiter durch den Wald Richtung Conn.
Von der Aussichtsplattform «Il Spir» hatte ich eine herrliche Sicht auf die Rheinschlucht (Ruinaulta). Ruinaulta setzt sich zusammen aus den Wörtern Ruina (Geröllhalse, Steinbruch) und aulta (hoch). Entstanden ist der «Grand Canyon der Schweiz» vor 9’500 Jahren beim Flimser Bersturz in die Tiefe. Sie begruben den Vorderrhein unter einer mehreren hundert Meter dicken Schuttmasse und ein 25 Kilometer langer See wurde aufgestaut. Mit der Zeit frass sich der Fluss tief in die Schuttmassen ein, der Ilanzer See floss ab und die Rheinschlucht entstand.
Ruinaulta (Rheindelta)
Heute finden seltene Wasservögel, Orchideen, Schmetterlinge und viele weitere Tiere und Pflanzen hier ein kleines Paradies. Die Wälder am Ufer bestehen hauptsächlich aus Weisserlen und sind vom zerstörerischen Hochwasser bedroht. Die Kiesbänke werden bei jedem Hochwasser neu definiert.
Nach etwa 2.5 Stunden erreiche ich mein Ziel: den Crestasee bei Trin Mulin. Bevor ich wieder auf das Postauto gehe, gönne ich mir am See ein feines Stück Apfelwähe. Was für ein herrlicher Tag, den ich alleine geniessen durfte.
Crestasee
Crestasee heisst auf Rätoromanisch Lag la Cresta. Der Name leitet sich ab vom lateinischen Wort crista für «Geländekamm». Wie der höher gelegene Caumasee liegt er in einer Mulde im Wald von Flims. Auch seine Entstehung geht auf den Flimser Bergsturz am Ende der letzten Eiszeit zurück.