St-Saphorin– Lutry (Lavaux)

Blick über die Rebberge auf den Genfersee

Blick über die Rebberge auf den Genfersee

 
 

Es sind Herbstferien und somit fällt mein heutiger Weiterbildungs-Freitag aus. Meine letzten Ferien liegen einige Monate zurück und daher habe für heute frei eingegeben. Da ich alleine nur ungern grössere Wanderungen in den Bergen mache, entscheide ich mich für eine kleinere Spaziertour durchs Lavaux in der Westschweiz.

Morgens um 7.20 Uhr steige ich in den Zug Richtung Aarau ein. Dort steige ich in den Schnellzug ein, der mich via Olten und Biel nach Yverdon-les-Bains bringt. Dort steige ich erneut um in die S-Bahn, mit der ich weitere 45 Minuten via Lausanne nach St-Saphorin am Genfersee reise.

 
 
 
Blick von den Terrassen aus auf den Genfersee

Blick von den Terrassen aus auf den Genfersee

 
 

Das sonnige Winzerdorf St-Saphorin – der Startpunkt meiner heutigen Tour – befindet sich direkt am Ufer des Genfersees und liegt eingebettet in die terrassenförmigen Weinberge des Lavaux. Mit über 800 Hektaren Rebfläche sind die Weinberg-Terrassen des bezaubernden Lavaux’ das grösste zusammenhängende Weinbaugebiet der Schweiz. Das Lavaux ist geschützt und gehört zum Unesco-Weltkulturerbe. Von den Terrassen aus geniesst man eine herrliche Aussicht auf den Lac Léman und die teils verschneiten Berge.

 
 

Früher bedrohten Erdrutsche das Dorf St-Saphorin. Die Gemeinde baute daher Arkaden, auf denen die Häuserfassaden errichtet wurden. St-Saphorni wird daher auch als befestigtes Dorf bezeichnet. Durch das kleine Dorf führen enge Passagen und gepflasterte Gassen. Diesen entlang reihen sich Winzerhäuser und sehr einfache Wohnbauten. Die Mauerwerke sind gut sichtbar und die Fassaden sind farbenfroh gestaltet.

 
fantastischer Ausblick

fantastischer Ausblick

Bereits im 11. Jahrhundert wurden unter der Leitung von Mönchen an den steilen Hängen des Genfersees Weinberg-Terrassen angelegt. Seither haben Generationen von Weinbauern diese einzigartige Landschaft gepflegt. Das Weingut erstreckt sich über 40 Kilometer und rund 14 Dörfer. Meine heutige Tour soll mich in etwa 3.25 Stunden von St-Saphorin nach Lutry quer durch die Weinberge führen. Gleich zu Beginn, als der Zug ankommt, befinde ich mich inmitten einiger Gleichgesinnter. Doch schon nach 10 Minuten haben sich die Leute gut verteilt und ich bin alleine unterwegs.

 

Der Weg ist bestens ausgeschildert und man kann sich nicht verlaufen. Ich folge stets den Wegweisern, die sich mit dem Weg meiner App deckt. Es gäbe aber noch dutzende andere verlockende Abzweiger und Gässchen quer durch die Weinterrassen. Der Weg führt in stetigem auf und ab durch die wunderschönen Terrassen des Lavaux und durch malerische Winzerdörfer.

 
traumhafter Ausblick auf die Winzerdörfchen

traumhafter Ausblick auf die Winzerdörfchen

Obwohl ich ja gar keinen Wein trinke, bin ich fasziniert. Unterwegs treffe ich mehrere einladende Picknick-Stellen, an denen sich Wanderer eine Pause gönnen. Auch treffe ich immer wieder kleinere Häuschen an entlang des Weges, in denen Winzer ihre Weine zum Probieren und Kaufen anbieten.

 
 
Herrlich!

Herrlich!

Das Wetter am heutigen Tag ist herrlich, es ist meist schön warm und ich kann im Pullover laufen. Hin und wieder kommt mir eine kühle Bise entgegen.

 
 
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Die Strecke ist auch mit dem Zug herrlich. Die Bahnlinie führt entlang des Seeufers und man hat stets einen herrlichen Blick auf die Weinberge.

 
 

Unterwegs sehe ich von weitem sogar ein Dampfschiff, das auf dem Genfersee unterwegs ist und und in Cully am Schiffsteg kurz Halt macht.

 
ab und zu ein Blick zurück Richtung

ab und zu ein Blick zurück Richtung

Auf dem gesamten Weg, der ca. 11.5 Kilometer lang ist, muss ich rund 420 Höhenmeter bewältigen. Etwa in der Hälfte des Weges – kurz nach Riex und vor Aran – fällt der grösste Teil der Höhenmeter an. Es geht zwei mal ziemlich steil aufwärts, sodass ich ins Schwitzen komme und nicht richtig weiss, was ich anziehen soll, denn der Wind weht ziemlich.

 

Von weiter oben ist die Aussicht noch besser, als sie es bisher schon war. Mein Weg führt mich von Aran immer leicht abwärts weiter bis nach Lutry.

 
besiedeltes Ufer des Genfersees

besiedeltes Ufer des Genfersees

Lutry war bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein vorwiegend durch die Landwirtschaft geprägtes Städtchen. Danach geriet es mit dem starken Wachstum von Lausanne rasch in dessen Sog. Seit 1950 wurden viele Einfamilienhäuser gebaut und Lutry hat sich zur Wohngemeinde entwickelt. Lutry hat heute ca. 10’500 Einwohnerinnen und Einwohner. Viele pendeln nach Lausanne zur Arbeit. Noch etwa 11 % der Erwerbstätigen arbeiten heute in der Landwirtschaft. Lutry gilt als die grösste Rebbaugemeinde des Lavaux.

 
 
wunderbarer Ausblick auf die Rebberge

wunderbarer Ausblick auf die Rebberge

 
 

Der Weg durch die Rebberge war herrlich und das Wetter hat den Tag perfekt gemacht. Hin und wieder tut es gut, auch einmal einen Tag ganz alleine zu verbringen. Ich hatte mir im Vorfeld keine Gedanken zum Fahrplan gemacht. Gerade als ich beim Bahnhof eintreffe und nachschaue, wann der nächste Zug kommt, fährt er in den Bahnhof ein und ich kann gerade noch rechtzeitig ein Billett lösen.

 
 

Ich steige in den Zug Richtung Lausanne ein, geniesse nochmals den Blick auf die Reben und fahre einen anderen Weg via Fribourg und Bern zurück nach Zürich. Solche tageweisen Auszeiten sollte ich viel öfters machen.

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