Kreta Tag 1 (Knossos – Lasithi Ebene – Agios Nikolaos – Spinalonga)
Marina von Agios Nikolaos
Ende Mai/Anfang Juni 2022 reisten wir für eine Woche auf die griechische Insel Kreta. Unser Hotel befand sich in Stalida (Stalis), das sich etwa in der Mitte der Insel an der Nordküste befindet.
Für einmal wollten wir unsere Ferien ruhig angehen. Entsprechend standen vor allem ausruhen, die Sonne und Wärme geniessen, lesen und fein essen. Spontan entschieden wir uns, für zwei Tage ein Auto zu mieten und die Insel zu erkunden. Diese Bilder sind am ersten Tag unserer Entdeckungstour entstanden.
Schneeleopard
Bei der Planung unserer beiden Touren unterschätzten wir die Grösse der Insel. Wir suchten einige Ortschaften und Sehenswürdigkeiten heraus, die wir gerne besuchen wollen. Beide Male zeigte uns Google Maps eine Fahrzeit von 10 Stunden an, sodass wir dann grosszügig streichen mussten. Kreta ist die grösste griechische Insel und die fünftgrösste Insel im Mittelmeer. Von West nach Ost misst sie 254 Kilometer und hat eine Breite von 60 Kilometern. Entsprechend konnten wir lediglich den mittleren Teil der Insel erkunden. Den Westen und Osten sparen wir für ein anderes Mal auf. Kreta ist die eingedeutschte Schreibweise des Lateinischen Creta, was zurück auf Candia geht und Graben bedeutet.
Den ersten Stopp legten wir in Knossos ein. Knossos liegt etwa fünf Kilometer südlich von Heraklion, der Hauptstadt. Auch unser Hotel ist nicht weit von Heraklion entfernt, etwa 35 Minuten Fahrzeit. Knossos ist bekannt durch seinen Minoischen Palast. Die Stätte ist gross und umfasste 1’300 Räume, Gänge und einen Innenhof. Die übriggebliebenen Gebäude und Säulen beeindruckten auch uns.
Stätte in Knossos
Nach unserem Besuch des Palasts ging unsere Autofahrt weiter auf die Hochebene Lasithi. Unser Weg führte uns während ca. 2 Stunden quer durch die Natur von Kreta. Kreta ist ein wahres Naturparadies und eignet sich hervorragend zum Wandern, Radfahren und Klettern. Kreta ist sehr gebirgig. Der höchste Berg ist rund 2’500 Meter hoch.
Kreta liegt rund 100 Kilometer südlich des griechischen Festlands. Der Westen Kreatas ist berühmt für seine grünen Landschaften und Halbinseln mit schroffen Küsten. Das grüne Landesinnere und die Hochebenen verwandeln sich in farbenfrohe Blumenteppiche, während die Berge schneebedeckt sind. Im Süden sind versteckte Badebuchten und schöne Strände zu entdecken.
Trotz jahrtausendelanger Besiedelung und sommerlicher Trockenheit ist die Flora sehr artenreich. Alleine hier gedeihen etwa 170 endemische Pflanzenarten. Typisch ist das Vorkommen von Gewürzkräutern wie kopfiger Thymian, griechischer Salbei oder Oregano. Die Gegend wird von Ziegen und Schafen beweidet.
herrliche kretische Landschaft
Der Osten der Insel zählt zu den kargsten und trockensten Regionen Europas. Dort wachsen neben wenigen kultivierten Ölbäumen noch die widerstandsfähigen Pflanzen der Phrygana. Weitere häufig zusehende Bäume sind der Johannisbrotbaum oder die kretische Dattelpalme, zum Beispiel am Palmenstrand von Vai, den wir aufgrund der Distanz leider nicht besuchen können.
Kreta verfügt auch über endlose Traumstrände und kleinere Seen. Auch auf unserer Fahrt kamen wir an einem See vorbei, an dem viele Vögel leben. Im Zickzack fahren wir die Strassen hoch auf die Lasithi Hochebene.
Nach zwei Stunden erreichten wir die Lasithi Hochebene. Sie ist eine Karstebene auf etwa 830 Metern Höhe. Die Ebene wird im Frühjahr regelmässig von Regen und Schmelzwasser (ja, in Kreta gibt es Schnee, auch bei unserem Besuch waren die Berggipfel weiss) überschwemmt. Daher liegen die Dörfer ausschliesslich am etwas höheren Rand der Ebene. 1920 wurden Windmühlen zur Bewässerung der Bäume eingeführt, bis dahin waren Ziehbrunnen in Gebrauch. Diese Windräder sind noch heute überall zu sehen, auch wenn sie nicht mehr funktionsfähig scheinen.
Nach einem kleinen Fuss-Rundgang durch das Dörfchen auf der Hochebene verlassen wir diese wieder und fahren Richtung Agios Nikolaos, eine beschauliche Kleinstadt direkt am Meer.
Agios Nikolaos ist ein bedeutender Touristenort und zählt etwas mehr als 11’000 Einwohnende. Der Name geht auf die Kirche Agios Nikolaos zurück, was St. Nikolaus heisst. In der Mitte der Hafenstadt befindet sich der Voulismeni-See, der mit dem Meer verbunden ist. Rund herum befinden sich zahlreiche Tavernen und Restaurants.
Blick auf die Marina von Agios Nikolaos
Auch uns gefällt die Hafenstadt sehr. Es ist bereits kurz vor 15 Uhr und wir verspüren leichten Hunger. Wir entscheiden uns, daher in einer der Tavernen am See etwas kleines zu essen. Das Pitabrot hier ist unschlagbar fein, ebenso das Auberginen-Pürree.
Nach unserer Stärkung schlendern wir dem Ufer entlang und steigen die Treppen hoch, um einen traumhaften Ausblick auf die Marina zu haben. Für die Rückfahrt entscheiden wir uns, nicht die Schnellstrasse zu nehmen, sondern der Küste entlang zu fahren und da und dort einen kleinen Stopp einzulegen.
Fels mit Möwen
Den ersten Stopp legen wir an einem Strand ein. Dort spazieren wir etwas der Küste entlang und geniessen das wunderbare Wetter und den Blick aufs Meer.
Blick von oben
Anschliessend steigen wir ins Auto und fahren weiter. Auf einer Anhöhe stoppen wir und geniessen den Blick auf die Dörfer und die Buchten. Auf unserer Fahrt kommen wir plötzlich an einer alten Festung vorbei. Unsere Recherche zeigt, dass es sich um Spinalonga handelt.
Blick auf Spinalonga
Die unbewohnte Insel Spinalonga liegt im westlichen Golf von Mirabello. Die Seefestung stammt aus dem 16. Jahrhundert und ist eines der bedeutendsten Beispiele für die Anwendung des Basionärsystems im Mittelmeer. Um 1900 beschloss der kretische Staat die Zwangsunterbringung aller Leprakranken. 1935 lebten rund 300 Patienten auf Spinalonga. Bis 1957 war Spinalonga eine Leprastation und damit eine der letzten Leprakolonien Europas. Der letzte Bewohner verliess die Insel 1962. Seit 1970 kann die Insel besucht werden.
Mit unserem gemieteten, roten VW Polo fuhren wir bis zur äussersten Ecke der Insel. Von dort hatten wir eine traumhafte Sicht auf die Insel Spinalonga und auf den Rest der Küste.
Nach über 10 Stunden erreichten wir gegen 19.30 Uhr unser Hotel. Wir durften einen wunderschönen Tag erleben und sind um viele Eindrücke reicher zurückgekehrt. Wir freuten uns darauf, uns nach einer Dusche am Buffet bedienen zu können.