Laax – Alp Mora Trin

Gletschermühlen-Topf auf Alp Mora

 
 

Zu meinem 30. Geburtstag wünschte ich mir ein verlängertes Wochenende in den Bergen. Für einmal sollte es nicht ins schöne Engadin gehen, sondern in die Surselva nach Laax. Wir genossen die Berge, sehr feines Essen und die gemeinsame kurze Auszeit.

Am frühen Freitagabend machten wir uns mit dem Auto auf den Weg nach Laax. Wir hatten drei Nächte im Hotel «Riders» gebucht. Erst vor Ort realisierte ich, dass das ein modernes, cooles Hotel mit vegetarischer Küche ist. Jeweils Samstag wechselt das Menü und man hat jeweils die Wahl zwischen zwei Vorspeisen, drei Hauptgängen und zwei Desserts, doch mehr zum Essen später.

 
 

Safiental: Versam und Valendas

Blick auf den Rhein

Ursprünglich wollten wir am Samstag eine längere Wanderung unternehmen, da jedoch das Wetter für Sonntag besser angekündigt war, änderten wir unseren Plan spontan. Mit dem Auto fuhren wir via Sagogn ins Safiental. Dieses Tal liegt gefühlt in der hintersten Ecke des Bündnerlands. Wir kurvten durch schmale Kieswege und durch den Wald. Wir legten bei der Bahnstation Versam und in Valendas einen kurzen Stopp ein und spazierten etwas dem Rhein entlang. Sogar ein Eichhörnchen, das am Baumstamm hochkrabbelte, begegnete uns.

 

Bei einem unserer Stopps musste Raphi hinhalten, damit ich ein Foto machen konnte.

 
 
 
 

Am Nachmittag begaben wir uns trotz dem nicht sonderlich guten Wetter an den Caumasee. An «normalen» Tagen ist hier der Parkplatz schon frühmorgens rappelvoll und die Eintritte sind auf 1700 Personen begrenzt. Wir hatten Glück, wahrscheinlich aufgrund des Wetters waren nur ca. 60 Personen am See, die meisten im Restaurant. So hatten wir den ganzen wunderbaren See für uns alleine zum Schwimmen. Auch wenn der See bei unserem Besuch aufgrund der grossen Trockenheit nur über sehr wenig Wasser verfügte, genossen wir es. Nach etwa zwei Stunden und als die Wolken über uns immer dunkler wurden, packten wir unsere sieben Sachen und liefen wieder hoch zum Auto. Kaum schlossen wir die Türe, fing es sintflutartig an zu regnen. Den Abend liessen wir im Riders bei einem feinen Getränk und Abendessen gemütlich ausklingen. Wir gingen zeitig ins Bett, um fit für die Wanderung am nächsten Tag zu sein.


Alp Mora Trin

Für meinen 30. Geburtstag hatte ich wiederum eine besondere Wanderung ausgewählt. Sie stand schon sehr lange auf meiner Wanderwunschliste. Heute war es soweit. Wir nahmen den Weg zur Alp Mora und den Gletschermühlen unter die Füsse.

 
 

Gletschermühlen Alp Mora

 
 

Die Zufahrt auf die Alp Mora ist für den privaten Verkehr glücklicherweise gesperrt. Am Mittwoch und Samstag verkehrt ein Bus von Trin nach Purcs. Ebenso kann die Wanderung von Bargis aus gestartet werden. Auch dort lässt sich ein Teil mit dem Bus zurücklegen. Wir aber entschieden uns, den ganzen Weg von Trin aus zu Fuss zurückzulegen. Wir frühstückten bereits um 7 Uhr und zogen anschliessend gleich los, um einerseits nicht in der grössten Hitze bei 34 °C wandern zu müssen und um andererseits hoffentlich schöne Fotos machen zu können.

 
 

Auf einem alten Alpweg wanderten wir schön im Schatten der Bäume Schritt für Schritt hoch. Für den ganzen Aufstieg hatten wir knapp 3 Stunden und legten 1’200 Höhenmeter zurück. Als wir bei der Alp waren, legten wir eine kurze Trinkpause ein. Von dort aus hatten wir nochmals rund 40 Minuten, bis zu den versteckt liegenden Gletschermühlen.

 
 

Raphi bei der Mittagspause

 
 

Als wir bei den Gletschermühlen ankamen, waren lediglich 3 Paare bereits da und schnappten sich ein schönes Plätzchen an einer dieser Wasservertiefungen. Ich war sehr beeindruckt von diesem wunderschönen Ort. In einer Reihe lagen sie vor uns, diese Strudeltöpfe.

 
 

Herrliche Bergwelt, die sich in einem grösseren Strudeltopf spiegelt

Da der Bach praktisch kein Wasser führte, stand das Wasser in den Töpfen ganz still und war glasklar. Auch wir setzen uns hin, machten ein Nickerchen und assen etwas Mitgebrachtes. Um in den Strudeltöpfen zu baden, braucht es etwas Überwindung. Denn die Pools befinden sich auf 2’100 Metern über Meer und wärmen sich im Sommer zwar etwas auf, doch eine Erfrischung wagen nur die Hartgesottenen.

 

Auch wir hatten unsere Badehose im Rucksack, doch mir war es definitiv zu kalt. Doch Raphi wagte sich zwei Mal ins eiskalte Wasser. Der Sprung ins Wasser sei herrlich erfrischend gewesen. Interessanterweise waren die Töpfe gefüllt, obwohl der Maliensbach kaum Wasser führte.

 
 
 
 

Der Maliensbach entspringt auf der Trinser Alp Mora. Seit hunderten von Jahren dreht er grosse Steine, Sand und Kies immer am gleichen Ort um die eigene Achse. So bildeten sich in Jahrhunderte fortwährender Arbeit diese natürlichen Badewannen (Gletschermühlen).

 
 

Jeder der rund 20 Gletschertöpfe ist in ihrer Form, ihrem Aussehen und der Tiefe einzigartig. Die einen sind klein und fast kreisrund, andere ellipsenförmig und gross genug, um darin ein erfrischendes Bad zu nehmen. Normalerweise sind die Gletschertöpfe glasklar, am Vortag hatte es aber sehr stark geregnet, weshalb sie möglicherweise etwas trüber waren bei unserem Besuch.

 

Blick von oben auf die Töpfe

Gegen Mittag trafen immer mehr Menschen am Ort ein. Die meisten wählten den Weg via Bargis. Da wir mittlerweile schon 1.5 Stunden da waren und die Ruhe ohne viele Menschen genossen, machten wir uns langsam auf den Rückweg. Die Sonne wurde immer stärker und wir wussten, dass wir noch mind. 2 Stunden Rückweg vor uns hatten.

 

Beim Abwärtsgehen machten wir bei den untersten Strudeltöpfen nochmals kurz halt und genossen die traumhafte Aussicht.

 
 

Blick flussabwärts, im Hintergrund der Rhein leicht zu erkennen

 

Der Abwärtsweg hatte es in sich. Wir mussten die genau gleiche Strecke wie beim Hinweg wieder zurück gehen. Und dabei ging es ziemlich stark abwärts. Unsere Waden, Hüfte und Oberschenkel schmerzten extrem. Wir konnten es uns nicht wirklich erklären, weshalb, denn das haben wir sonst nie. Möglicherweise lag es an der ungewohnten Haltung aufgrund der Wanderstöcke, die wir benutzten. Nach etwas mehr als 2 Stunden erreichten wir unser Auto wieder. Insgesamt haben wir 18 Kilometer zurückgelegt an diesem Tag! Was für ein herrlicher Geburtstag in den Bergen, trotz Muskelkater in den Waden. Belohnt für die Anstrengung wurden wir abends im Restaurant Nani’s in Laax.


Oberalppass

Den Heimweg nahmen wir via Ilanz, Disentis, Sedrun und Andermatt in Angriff. Dabei durften wir die herrliche Bergkulisse am Oberalppass geniessen. Über Jahrhunderte bestand nur ein einfacher Saumpfad, der nur von Einheimischen begangen wurde. Erst im 19. Jahrhundert beklagten die «Graubündtner Fremdenführer», die ihre Gäste auf den Pferden über den Oberalppass führten, den mangelhaften Unterhalt des Saumpfades vor allem auf Urner Seite.

Traumhafte Bergkulisse

Militärisch-strategische Überlegungen in Bern verhalten dem Oberalp (1863/64) innert weniger Jahre zu einer ausgebauten Strasse. 1921 löste das Postauto die Kutsche ab und 1926 nahm die mit Zahnrad und Dampf betriebene Furka-Oberalp-Bahn (heute Matterhorn-Gotthard-Bahn) ihren Betrieb auf. 1942 wurde die Strecke elektrifiziert. Heute hat die Strasse (Sommer) und die Bahn (ganzjährig) grosse Bedeutung für den Tourismus im Urserental und in der Surselva.

Die Passhöhe liegt auf 2’044 Metern über Meer. Der Pass verbindet Andermatt UR mit Sedrun GR, das ist eine Distanz von 23 Kilometern. Von Oktober bis Mai herrscht Wintersperre.

 

Strasse und Wanderwege am Oberalppass

Über den Oberalppass entlang des jungen Vorderrheins in der Surselva führt der Fernwanderweg SEndsa Sursilvana bis ans Ende der Rheinschlucht bei Tamins. Nahe des Oberalppasses liegt der kleine, mystische Tomasee (Lai da Tuma) in einem Kessel am Fusse des Piz Badus. Hier ist die Quelle des Rheins. Den Lai da Tuma hatten wir im September 2020 besucht.

 

Oberalpsee

Um kurz die Beine zu vertreten und den schönen Blick auf den Oberalpsee zu geniessen, hielten wir kurz an. Der See befindet sich auf der Urner Seite der Passhöhe und ist idyllisch in die alpine Landschaft eingebettet. Mit seinem unberührten Wasser und reichlich Sauerstoff bietet er eine gute Grundlage für leben. Er ist das Zuhause vieler Fische und entsprechend beliebt bei Fischern.

 

Essen

Sowohl im Hotel Riders wie auch im Restaurant «Nani’s», das in 3 Minuten Gehdistanz liegt und wo wir an meinem Geburtstag ausgingen, servierten hervorragendes und feines Essen. Nachfolgend ein Einblick in unsere Gerichte.

 

Blick von oben auf die Bar im Hotel Riders. Wir hatten unser Zimmer im 4. Stock und hatten von dort aus einen tollen Ausblick auf die Bar.

 

Neni’s Liabling: Bio-Rindstatar und Carpaccio von der Churer Beinwurst an Gemüsevinaigrette, SEnfei und Grillbrot – Raphis Vorspeise

 

Drei-Gang-Menü im Riders: Apfel-Kohlrabi-Rose | Gnocchi mit Käsesauce, Tomaten, Basilikum gepufften Buchweizen | Maiscrème mit Sauerrahmglacé und Estragon-Meringue

 
 

Alp-Lachs: leicht geräucherter Swiss Alpine Lachs an Tannen-Sauerampfermarinade mit Sauerrahm und knusprigem Kartoffelsalat

 
 

Fluffy Gnoccs: Hanf-Kräuter-Gnoccs auf Wurzelgemüse-Crème, grüner Sugo und Alpkäsecrunch | Risotto mit dehydrierter Zucchetti | Brunch mit orientalischem Touch

 
 

Risotto mit Randen

 
 

Ein Traum aus der Küche: Vorspeise mit Tomaten | Menü Unbekannt 1.0 | Dreierlei Bohnen mit Aprikosen

 

Menü Unbekannt 2.0

 

Der Dessert darf nicht fehlen! Pascals Schokoladen-Kuchen | Blumentopf: weisses Schokoladenmousse (gut versteckt) mit Beerenkompott und Nuss-Gianduja | Sauerrahmglacé auf Beerenspiegel mit Mohncracker

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